Frisch aus der Retorte: Neue Arzneimittel
Die unüberschaubare Zahl von 52.000 Arzneimitteln, die in Deutschland auf dem Markt sind, macht es den Patientinnen und Patienten unmöglich, das Angebot zu überblicken. Selbst für Ärztinnen und Ärzte ist es nicht gerade einfach, durchzublicken. Etwa 2.500 neue Mittel werden jährlich neu zugelassen. Ob sie besser oder wirkungsvoller als die herkömmlichen sind, ist damit aber noch nicht beantwortet.
Beim weitaus größten Teil der "Newcomer" handelt es sich um Generika. Die wirklich neu entwickelten Arzneistoffe - im Jahr 2003 waren es lediglich 17 - machen nur einen kleinen Teil aus. Bei einem Drittel davon handelt es sich zudem noch um Analogpräparate mit keinen oder nur marginalen Unterschieden zu bereits eingeführten Präparaten. Mit einem riesigen Werbeetat gelingt den Herstellerfirmen die Positionierung ihres Produktes am Markt. Da Ärzte und Patienten oft glauben, dass alle neu entwickelten Arzneimittel besser und damit auch mehr wert seien, gelingt es den Herstellern oft, trotz fehlenden therapeutischen Zusatznutzens einen höheren Preis zu erzielen.
Doch wenn es um Ihre Gesundheit geht, müssen Sie eine klare Entscheidung treffen. Sie möchten das Medikament einnehmen, das Ihnen einerseits am besten hilft, andererseits aber auch die wenigsten Nebenwirkungen hat.
Hier kann die BKK-Arzneimittelberatung helfen:
  • Wir sagen Ihnen, welches Medikament bei Ihrer Erkrankung allgemeiner Behandlungsstandard ist.
  • Wir sagen Ihnen, ob das neue Medikament wirklich eine Verbesserung gegenüber dem bewährten ist.
  • Wir sagen Ihnen, wie gut Ihr Medikament auf seine Wirkungen und Nebenwirkungen getestet wurde.
  • Wir sagen Ihnen, wie evtl. durch die richtige Einnahme die Wirkung oder die Verträglichkeit eines Medikamentes verbessert werden kann.
Wundermittel?
"Krebs ist heilbar! Neues Medikament XY bringt den Durchbruch, ohne Nebenwirkungen!"
Täglich können wir in der Presse oder im Fernsehen solche oder ähnliche Meldungen lesen und hören. Doch sagen Berichte in Zeitungen, in Illustrierten, im Fernsehen oder gar Werbeanzeigen immer die Wahrheit? Allzu oft versteckt sich hinter dem vermeintlich objektiven Zeitungsartikel eine Werbebotschaft und keine echte Information. Selbst Arzneimittelstudien können Objektivität vorgaukeln, die sie oft nicht haben. Die Qualität und Aussagekraft einer Studie zu beurteilen ist dagegen nur Experten möglich. Sprechen Sie uns also an, wenn Sie unsicher sind, ob das neue Mittel wirklich geeignet ist. Wir werden versuchen, Ihnen zu helfen, indem wir unabhängige Informationsquellen nutzen und diese Informationen verständlich an Sie weiterleiten. Schauen Sie doch auch mal in "für Sie gelesen"! Hier finden Sie aktuelle Berichte über Arzneimittel und garantiert keine Werbung.
AutorIn: Heike Peters, Apothekerin
erstellt am: 23.12.2004
letzte Überarbeitung: 09.05.2006
Quellen:
n.a.