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Vitamin D - Wann bezahlt das die Kasse?

Vitamin D, das "Sonnenvitamin", gibt es in flüssiger Form sowie als Kapsel oder Tablette. Obgleich in der Fachwelt der Nutzen einer zusätzlichen Einnahme von Vitamin D bei verschiedenen Erkrankungen diskutiert wird, ist die Übernahme durch die Krankenkasse nur in bestimmten Fällen vorgesehen.

Die Erstattungsfähigkeit von Vitamin D-Präparaten hängt von der jeweiligen Zulassung der Arzneimittel ab. Diese definiert für jedes Arzneimittel ein bestimmtes, durch Studien belegtes Anwendungsgebiet. Bei einigen Produkten muss außerdem eine bestimmte Erkrankung vorliegen, damit die Kasse die Kosten übernimmt.

Abhängig von der Menge an Wirkstoff, die pro Tablette, Kapsel oder Milliliter einer Lösung enthalten ist, kann das Präparat verschreibungspflichtig, apothekenpflichtig oder freiverkäuflich sein.

Verschreibungspflichtig sind beispielsweise Weichkapseln mit 20.000 Einheiten Vitamin D. Diese werden von der Krankenkasse bezahlt, sofern die Anwendung zulassungsgemäß erfolgt. Das Anwendungsgebiet des Mittels umfasst die Anfangsbehandlung eines Vitamin D-Mangels, sodass eine Verordnung nur einmalig auf einem Kassenrezept und nur zur Therapie des Vitamin-D-Mangels erfolgen kann. Somit sind weder eine Folgeverordnung noch die Behandlung anderer Erkrankungen wie Osteoporose mit diesem Mittel Kassenleistung.

Ein Vitamin D-haltiges Öl, das tropfenweise verabreicht wird, ist ebenfalls verschreibungspflichtig und wird von der Kasse bezahlt. Die enthaltene Menge an Vitamin D pro Milliliter entspricht dem der o. g. Weichkapsel. Das Anwendungsgebiet ist jedoch deutlich weiter gefasst. Neben der Behandlung des Vitamin D-Mangels ist auch eine prophylaktische, also vorbeugende, Behandlung vorgesehen, z.B. bei Patienten mit erkennbarem Risiko für eine Vitamin-D-Mangelerkrankung.

Apothekenpflichtige Arzneimittel in Tablettenform enthalten bis zu 1.000 Einheiten Vitamin D. Sie können auch ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. Da der Preis für 100 Stück nur bei knapp acht Euro liegt, lohnt sich der Gang zum Arzt oftmals nicht, sofern keine Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung vorliegt. Die Übernahme nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Erwachsene ist für gewöhnlich nicht vorgesehen. Der Gesetzgeber formuliert jedoch in einer Ausnahmeliste (Arzneimittel-Richtlinie Anlage I), unter welchen Bedingungen doch eine Verordnung zu Lasten der Krankenkasse möglich ist. Dazu gehört auch die Behandlung der manifesten (mit Knochenbrüchen einhergehenden) Osteoporose. Dies gilt für nicht verschreibungspflichtige Präparate, die Vitamin D allein oder mit Calcium zusammen in einer (Brause)Tablette/Kapsel enthalten.

Von den apothekenpflichtigen Arzneimitteln abzugrenzen sind Nahrungsergänzungsmittel, welche grundsätzlich nicht von der Kasse bezahlt werden. Oft sind sie auf den ersten Blick nicht von apothekenpflichtigen Arzneimitteln zu unterscheiden. Wenn Sie wissen möchten, welchen Status (apothekenpflichtiges Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel) ein bestimmtes Vitamin D-Präparat hat, können Sie sich gern bei uns oder Ihrer Apotheke informieren. Sogenannte Multivitaminpräparate enthalten häufig ebenfalls Vitamin D. Auch diese sind als Nahrungsergänzungsmittel im Handel und müssen selbst bezahlt werden, wenn ihre Einnahme gewünscht wird. Da Vitamin D-haltige Nahrungsergänzungsmittel zum Teil hoch dosiert sind, sollte besonders auf die Verzehrmenge geachtet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene 20 µg = 800 Einheiten Vitamin D täglich, wenn der Körper nicht selbst in der Lage ist, Vitamin D zu synthetisieren. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Versorgung mit Vitamin D hingegen ohne die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats erreicht werden.

Generell gilt außerdem: Eine nachträgliche Erstattung gegen ein Privatrezept ist nicht möglich – der einzige Weg ist, sich direkt vom Arzt ein Kassenrezept ausstellen zu lassen. Nur dann kann die Krankenkasse die Kosten (teilweise) übernehmen.