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Rückruf Ranitidin-haltiger Arzneimittel

Seit Mitte September 2019 wurden mehrere Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ranitidin auf Apothekenebene zurückgerufen. Hier finden Sie weiterführende Informationen.

Grund für den Rückruf ist eine Verunreinigung des Wirkstoffs mit dem möglicherweise krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA). Dieser hatte bereits voriges Jahr für zahlreiche Rückrufe beim Blutdrucksenker Valsartan geführt. Daraufhin wurden auch andere Arzneimittel vorsorglich durch die Gesundheitsbehörden auf Nitrosamine untersucht. Im Tierversuch an Nagetieren zeigte NDMA eine schädigende Wirkung auf Leber, Niere, Lunge und Blutgefäße. Daten zu Auswirkungen auf den Menschen gibt es nicht. NDMA kann unter anderem auch in gepökeltem Fleisch, Fisch, Gewürzen, Käse, Tabakrauch und alkoholischen Getränken vorkommen.

Ein Rückruf auf Patientenebene erfolgte nicht, da laut Einschätzung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM kein akutes Patientenrisiko besteht. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA wertet zudem alle verfügbaren Daten aus, um mögliche Risiken für Patienten festzustellen. Dieses Verfahren wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wie können Patienten feststellen, ob ihre Arzneimittel betroffen sind?

Eine Auflistung der betroffenen Präparate finden Sie auf der Homepage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände oder Sie erkundigen sich bei Ihrer Apotheke vor Ort.

Derzeit ist nicht absehbar, ob noch weitere Rückrufe folgen werden.

Wie sollen sich betroffene Patienten verhalten?

Setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung, der Ihnen eine neue Verordnung ausstellen kann. Da der Rückruf nicht auf Patientenebene erfolgte, ist kein Umtausch in der Apotheke vorgesehen. Eine mögliche Option, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen können, wäre die Umstellung auf die Wirkstoffe Cimetidin oder Famotidin. Falls die Wahl auf Cimetidin fällt, sollte auf das größere Potenzial für Wechselwirkungen geachtet werden.

Wenn Sie bei einer der projektbeteiligten Krankenkassen versichert sind, können Sie sich für weitere Rückfragen gern an die BKK-Arzneimittelberatung wenden. Unsere Telefonnummer der erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

Stand der Information: 30.09.2019