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Austausch von Arzneimitteln: Die Aut-idem-Regelung

Der Austausch von Arzneimitteln führt in der Apotheke immer wieder zu Verwirrungen. Welche Richtlinien existieren für den Austausch verschiedener Präparate?

„Aut idem“ ist lateinisch und bedeutet: „oder Gleiches“. Damit ist gemeint, dass der Apotheker ein verordnetes Arzneimittel gegen ein anderes, wirkstoffgleiches Arzneimittel austauschen kann. Dazu ist er aufgrund der sogenannten Rabattverträge sogar verpflichtet – es sei denn, der Arzt schließt einen solchen Austausch aus. Ein Rabattvertrag wird zwischen der Krankenkasse und einem pharmazeutischen Hersteller geschlossen und führt dazu, dass die Krankenkasse einen Rabatt für dieses Arzneimittel erhält, letztlich dafür also weniger Geld aufwenden muss.

1. Möglichkeit: Wenn der Arzt den Austausch zulässt

Auf jedem Kassenrezept befindet sich das Aut-idem-Feld. Lässt der Arzt dieses Feld frei, wird der Apotheker Ihnen – sofern vorhanden – ein für die Krankenkasse kostengünstigeres Medikament (also ein „Rabattarzneimittel“) mit dem gleichen Wirkstoff aushändigen.

Ein solcher Austausch darf nur erfolgen, wenn:

  • Wirkstoff, Wirkstärke und Packungsgröße des Arzneimittels identisch sind,
  • die Darreichungsform gleich oder austauschbar ist, zum Beispiel bei Tabletten und Dragees, und wenn
  • das Mittel für den gleichen Anwendungsbereich zugelassen wurde.

Sollten Sie aufgrund der Aut-idem-Regelung eine andere Arzneimittel-Packung erhalten, als Sie es bisher gewohnt waren, bedeutet das keinen Qualitätsverlust, denn an der Qualität ändert weder die Verpackung noch der Preis etwas. Entscheidend ist der Wirkstoff in einem Mittel – und der fällt bei Generika naturgemäß viel günstiger aus. Grund dafür ist, dass bei Generikaherstellern im Vorwege kaum Kosten für den Bereich Forschung und Entwicklung anfallen.

2. Möglichkeit: Wenn der Arzt ein ganz bestimmtes Medikament verordnet

Streicht der Arzt das Aut-idem-Feld durch, darf die Apotheke kein anderes Medikament abgeben als das, was der Arzt auf dem Rezept nennt. Das Setzen dieses Aut-idem-Kreuzes erfolgt jedoch nur aus medizinisch-therapeutischen Gründen. Die Entscheidung, ob ein medizinisch-therapeutischer Grund vorliegt, um den Austausch eines Arzneimittels auszuschließen, trifft allein Ihr Arzt. Dadurch bleibt seine ärztliche Therapiefreiheit erhalten.