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Allergie: Grippeviren und Gräserpollen geben sich die Klinke in die Hand

Läuft die Nase im Winter, liegt die Ursache meist in einer harmlosen, aber lästigen Erkältung. Ist die Erkrankung ausgestanden, bleiben die Beschwerden häufig bestehen. Denn es gilt: Nach dem Schnupfen ist vor dem Heuschnupfen. Doch welche Antiallergika helfen Ihnen wirklich?

Ursache für die typischen Allergiebeschwerden, zu denen juckende Augen, gereizte Nase, Niesanfälle, Halsschmerzen, Hustenreiz, in besonders schweren Fällen auch Atemnot und allergischer Schock zählen, ist eine Überreaktion des menschlichen Immunsystems auf normalerweise harmlose Fremdstoffe wie zum Beispiel Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel. Die Abwehrreaktion, die eigentlich dazu dienen soll, schädliche Bakterien oder Viren zu eliminieren, löst im Fall einer Allergie dann die beschriebenen Beschwerden aus.

Antiallergische Medikamente können entweder auf die Unterdrückung der Abwehrreaktion abzielen oder aber sich gegen die Symptome richten, also die Beschwerden direkt unterdrücken. Die klassischen Allergiemittel, auch Antihistaminika genannt, mindern die Abwehrreaktion des Körpers nicht, sondern wirken sich nur auf die Symptome aus. Antihistaminika können entweder lokal (direkt am Zielort) oder systemisch (mit Wirkung auf den gesamten Körper) eingesetzt werden.

Lokale Anwendung

Bei Beschwerden, die vor allem die Augen betreffen, können Augentropfen mit Antihistaminika eingesetzt werden, bei allergisch verstopfter Nase entsprechende Nasensprays. Vorteilhaft ist, dass dabei nicht mit einem Anfall von Müdigkeit zu rechnen ist, wie er bei der Einnahme von Tabletten auftreten kann. Außerdem wirken Nasenspray und Augentropfen häufig schneller als Tabletten, da der Wirkstoff nicht erst zum Zielort transportiert werden muss. Wirkstoffe der Wahl sind Azelastin oder auch Levocabastin. Das Azelastin wird von einigen Anwendern als etwas unangenehm brennend empfunden.

Seit Oktober 2016 stehen in der Selbstmedikation saisonaler (also nicht ganzjähriger) Allergien auch einige Cortison-Nasensprays zur Verfügung. Voraussetzung für Ihre Anwendung ist, dass die Allergie von einem Arzt diagnostiziert wurde. Bis die volle Wirkung bei Cortison-Nasensprays eintritt, können 3-4 Tage vergehen. Eine regelmäßige Anwendung während der Allergiesaison ist daher oftmals sinnvoll. Weitere Informationen insbesondere zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse finden Sie in der Rubrik Themen unter „Corticoidhaltige Nasensprays“.

Zusätzlich kann die Anwendung einer Nasendusche nützlich sein, um Pollen von der Nasenschleimhaut zu spülen. 

Systemische Anwendung

In Tablettenform stehen rezeptfrei die Antihistaminika Cetirizin, Levocetirizin und Loratadin zur Verfügung. Die Wirkstoffe sind im Allgemeinen gut verträglich, können unter Umständen jedoch müde machen. 

Bei sehr starken Beschwerden reichen die freiverkäuflichen Antihistaminika manchmal nicht aus. Ihr Arzt kann dann auf weitere Antihistaminika zurückgreifen oder Corticoide verschreiben, welche das Immunsystem des Körpers wieder auf ein Normalmaß regulieren. Einige der Substanzen können inhaliert, andere hingegen als Tablette geschluckt werden. Corticoide benötigen etwas Zeit, bis sie ihre Wirkung voll entfalten können. Die Wirkung ist dafür jedoch auch besonders lang anhaltend.

Spezifische Immuntherapie

Eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, kommt bei dauerhaften Allergieproblemen in Frage. Im Rahmen dieser Therapie konfrontiert der Therapeut den Versicherten immer wieder mit zunächst niedrigen Dosen eines Allergens und erhöht die Dosis im Verlauf der Behandlung immer weiter. Ziel ist eine Gewöhnung des Immunsystems an das Allergen, sodass die fliegenden Pollen irgendwann vom Körper toleriert werden. Es besteht die Chance, dass eine Allergie im Rahmen einer Hyposensibilisierung komplett beseitigt werden kann. Die Kosten für die Hyposensibilisierung werden von der Krankenkasse übernommen, sofern das verwendete Präparat für das Anwendungsgebiet zugelassen und für die Art der Anwendung (insbesondere die Dauer der gesamten Therapie) geprüft wurde.

Sonstige Maßnahmen

Neben der medikamentösen Therapie sind auch einige einfache Verhaltensmaßnahmen empfehlenswert: Getragene Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer gewechselt und gelagert werden, da mit der Kleidung hereingetragene Pollen zu nächtlichen Allergieschüben führen können. Außerdem ist es ratsam, vor dem Zubettgehen zu duschen und die Haare zu waschen, um möglichst viele Pollen zu entfernen. Lüften sollte man in der Stadt am besten morgens, wenn die Pollenbelastung am geringsten ist. Auf dem Land ist es hingegen umgekehrt, dort sollte besser abends gelüftet werden.