13.01.2012
Aliskiren-haltige Arzneimittel: Potenzielles Risiko für kardiovaskuläre und renale Ereignisse
Ende 2007 kam mit Aliskiren - enthalten in Rasilez®, Rasilez HCT® und Rasilamlo® - ein Antihypertonikum mit neuartigem Wirkmechanismus auf den Markt.

Im Rahmen einer Studie sollte nun untersucht werden, ob der Arzneistoff bei Typ-2-Diabetikern mit vorgeschädigter Niere und/oder Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen die Prognose verbessert, wenn er zusätzlich zur blutdrucksenkenden Standardtherapie verordnet wird.

Die vorläufigen Ergebnisse der sog. ALTITUDE-Studie, in der Aliskiren bei Typ-2-Diabetes-Hochrisikopatienten länger als ein Jahr eingesetzt wurde, waren jedoch enttäuschend. Wie der pharmazeutische Hersteller Novartis bekannt gab, traten unter der Kombinationstherapie häufiger Schlaganfälle, Nierenkomplikationen, Hyperkaliämien und Blutdruckabfälle auf. Eine Reduktion kardiovaskulärer oder renaler Ereignisse wurde hingegen nicht erzielt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Studienergebnisse weist Novartis derzeit in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass bei Patienten unter Behandlung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln eine Überprüfung notwendig ist: Diabetiker sollten nicht mit einer Kombination von Aliskiren und ACE-Hemmern oder Sartanen behandelt werden. Liegt bei Diabetikern eine solche Kombination vor, sollte Aliskiren abgesetzt und eine alternative blutdrucksenkende Medikation in Betracht gezogen werden. Betroffene Patienten sollten die Einnahme jedoch nicht eigenständig beenden, sondern dies im Rahmen des nächsten Routinekontaktes mit ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie uns gerne anrufen.

Quellen:

KBV

BfArM

AKDÄ

DAZ

letzter Zugriff: 13.01.2012