Ein Rote-Hand-Brief zu dem oralen Gerinnungshemmer hat nun für Diskussionen gesorgt. Darin weist der Hersteller Boehringer Ingelheim auf neue Empfehlungen zur Überprüfung der Nierenfunktion bei Patienten hin, die mit Pradaxa® behandelt werden oder behandelt werden sollen. Hintergrund ist eine Auswertung von Fallberichten aus Japan über tödliche Blutungen unter Pradaxa®, die meistens bei älteren Menschen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion auftraten.
In einer Stellungnahme verweist Boehringer Ingelheim darauf, dass - auch angesichts der kürzlich erschienenen Berichte - die klinische Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil von Pradaxa® vorteilhaft seien und unverändert blieben. Ernste Fälle von Blutungen könnten bei jeder Therapie mit Antikoagulanzien auftreten, auch bei Pradaxa®.
Patienten, die aktuell den Gerinnungshemmer einnehmen, sollten das Medikament nicht eigenmächtig absetzen, sondern vorher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen.
Zusammenfassend ergeben sich folgende Empfehlungen, die bei einer Therapie mit Pradaxa® beachtet werden sollten:
• Vor einer Behandlung mit Pradaxa® sollte bei allen Patienten die Nierenfunktion überprüft werden
• Pradaxa® ist bei Patienten mit einer schweren Beeinträchtigung der Nierenfunktion kontraindiziert
• Während der Behandlung sollte die Nierenfunktion in klinischen Situationen überprüft werden, in denen eine Abnahme der Nierenfunktion vermutet wird
• Bei älteren Patienten (> 75 Jahren) oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Nierenfunktion mindestens einmal im Jahr überprüft werden
Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie uns gerne anrufen.
Quellen: Ärztezeitung
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
letzter Zugriff: 11.11.2011