Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat am 29.03.2010 e ine Risikoinformation zu Drospirenon-haltigen kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK, „Antibabypillen“) herausgegeben. Zwei neue Studien zum Risiko venöser Thromboembolien (VTE, Venenverschluss durch einen Blutpfropfen) ergaben, dass das Risiko offenbar höher ist als bisher angenommen. Die Produktinformationen der betroffenen Präparate sollen entsprechend verändert werden.
Drospirenon ist ein Gestagen mit leichten entwässernden Eigenschaften, die einer Gewichtszunahme vorbeugen sollen. In Deutschland sind verschiedene KOK mit dem Wirkstoff im Handel: u.a. Petibelle®, Yasmin®, Yaz®. Die VTE ist eine schwere lebensbedrohliche Erkrankung, die aber zum Glück relativ selten ist. Nach einem Bericht von Zeit-online am 28.07.2010 wurden in Deutschland im Jahre 2009 fünf Todesfälle unter Drospirenon-Anwenderinnen registriert.
Dass das Risiko, eine VTE zu entwickeln unter KOK erhöht ist, weiß man schon lange. Bei Einnahme von Levonorgestrel-haltigen Präparaten erhöht sich das Risiko von 5-10 VTE pro 100.000 Frauen (so viele Frauen bekommen diese Erkrankung, wenn sie keine hormonalen Verhütungsmittel anwenden) auf 20 Fälle. Bei KOK mit den Wirkstoffen Desogestrel oder Gestoden werden dagegen 30 bis 40 Fälle erwartet. Bisher dachte man, dass das Risiko bei Drospirenon-haltigen KOK im Bereich der Levonorgestrel-haltigen Präparate lag.
Frauen, die Drospirenon-haltige Kontrazeptiva einnehmen, sollten mit dem Arzt/der
Ärztin Rücksprache nehmen, ob nicht eine Umstellung auf ein Levonorgestrel-haltiges
Präparat (z.B. Femigyne®, Illina®, Microgynon®) möglich ist. Das gilt besonders für
Frauen, die weitere Risikofaktoren für eine VTE aufweisen. Das sind beispielsweise
Übergewicht, erbliche Veranlagung oder Rauchen.
Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie uns gerne anrufen.
Quellen: BfArM
letzter Zugriff: 02.08.2010